Lehre
Das Aus- und Weiterbildungsprogramm des SCAHT ist auf die vielfältigen Bedürfnisse von Hochschulen, Regulierungsbehörden und Industrie im Bereich der Aus- und Weiterbildung ausgerichtet. Dazu gehört die Koordination von Schulungen für Schweizer Behörden sowie internationale Akteure. Darüber hinaus initiiert und leitet die SCAHT Outreach-Aktivitäten, um den Dialog zwischen Wissenschaft, Regulierungsbehörden und Öffentlichkeit zu fördern.
SCAHT Aus- und Weiterbildungsprogramm
Der SCAHT AOP_HUB ist eine Online-Plattform zur Weiterbildung, zum Wissensaustausch, zur Vernetzung und zum Aufbau einer Gemeinschaft von Forschenden, die sich mit der Weiterentwicklung von Adverse Outcome Pathways (AOPs) beschäftigen. Regelmässig finden Online-Webinare zu spezifischen Themen statt, bei denen praktische Erfahrungen in der AOP-Entwicklung ausgetauscht und aktuelle Entwicklungen im Bereich der AOPs diskutiert werden.
Der SCAHT AOP_HUB wird von der European Food Safety Authority und der Organisation for Economic Co-operation and Development unterstützt. Zudem besteht eine enge Verbindung zur Society for the Advancement of Adverse Outcome Pathways sowie zur AI4AOP.
Werden Sie Teil der wachsenden AOP-Community und melden Sie sich beim AOP_HUB an. Weitere Informationen finden Sie hier.
Dieser Masterstudiengang vermittelt theoretische und praktische Kenntnisse zur Entdeckung, Entwicklung, Wirksamkeit und Sicherheit von Substanzen mit Schwerpunkt auf Arzneimitteln. Er bereitet auf eine zukünftige Karriere in der industriellen oder akademischen Forschung, der Produktentwicklung oder im Bereich Regulatory Affairs vor. Durch die geeignete Wahl der Wahlfächer kann die theoretische Grundlage für den Eintrag in das Schweizer und Europäische Register der Toxikologen (ERT).
Das Programm umfasst zwei Semester mit theoretischen und praktischen Lehrveranstaltungen zu Grundlagen und allgemeinen Kompetenzen, Arzneimittelentdeckung und -entwicklung, Pharmakologie sowie Toxikologie. Das dritte und vierte Semester sind der Masterarbeit gewidmet. Sämtliche Lehrveranstaltungen werden in englischer Sprache durchgeführt. Für die direkte Zulassung ist ein Bachelorabschluss in Pharmazeutischen Wissenschaften oder einer gleichwertigen Fachrichtung erforderlich.
Der MSc-Studiengang in Arzneimittelwissenschaften beginnt jeweils im Herbst.
Dieser Aufbaustudiengang richtet sich an Studierende, die bereits über einen Masterabschluss in Toxikologie oder einem verwandten Fachgebiet – beispielsweise Biowissenschaften, Pharmazie, Humanmedizin oder Veterinärmedizin – verfügen und entweder bereits berufstätig sind oder eine Karriere in der Toxikologie anstreben. Der erfolgreiche Abschluss des Studiengangs wird von EUROTOX als Nachweis der theoretischen Kenntnisse für die berufliche Anerkennung als Toxikologin bzw. Toxikologe anerkannt.
Es handelt sich um ein zweijähriges Programm gemäss europäischen Standards mit einem Umfang von 90 ECTS-Punkten. Das Studium umfasst 14 Module, die insgesamt 16 Unterrichtswochen entsprechen (60 ECTS-Punkte). Jedes Modul wird mit einer Prüfung abgeschlossen. Zusätzlich ist eine Masterarbeit im Umfang von 30 ECTS-Punkten in einem akademischen, behördlichen oder industriellen Umfeld zu verfassen, was einem Arbeitsaufwand von etwa 14 Wochen in Vollzeit entspricht.
Es besteht die Möglichkeit, den gesamten Studiengang über zwei Zyklen beziehungsweise vier Jahre hinweg zu absolvieren. Einzelne Module können – sofern Plätze verfügbar sind – auch als Gasthörerin oder Gasthörer besucht werden.
Das Programm wird von der School of Pharmaceutical Sciences, Fakultät für Naturwissenschaften und Medizin, der Universität Genf und der Universität Lausanne in Zusammenarbeit mit dem SCAHT durchgeführt. Der Unterricht findet in englischer Sprache statt.
Der nächste MAS-Studiengang in Toxikologie beginnt im September 2026.
Die Toxikologie befasst sich mit den schädlichen Auswirkungen chemischer Substanzen auf Lebewesen und deren Umwelt. Toxikologinnen und Toxikologen sind Fachpersonen, die darin ausgebildet sind, diese Auswirkungen zu untersuchen, zu interpretieren und zu kommunizieren, um die wissenschaftliche Grundlage für Schutzmassnahmen zu schaffen. Sie arbeiten häufig in der Industrie, an Hochschulen oder bei Regulierungsbehörden und verfügen über eine Kombination aus anwendungsorientiertem Wissen, praktischer Erfahrung und fachlicher Qualifikation.
Die Toxikologie ist eine dynamische multidisziplinäre Wissenschaft
Die Toxikologie vereint Erkenntnisse aus Biologie, Chemie, Medizin, Veterinärmedizin, Pharmazie und Umweltwissenschaften und verbindet Forschung, Gefahren- und Risikobewertung sowie Risikomanagement zum Schutz der öffentlichen Gesundheit. Derzeit befindet sich die regulatorische Toxikologie in einem Paradigmenwechsel: weg von Tierversuchen hin zum Einsatz von New Approach Methodologies (NAMs) in der Risikobewertung der nächsten Generation und anderen regulatorischen Rahmenwerken. Dieser Wandel erfordert fundiertes interdisziplinäres Wissen, beispielsweise in den Bereichen Humanphysiologie und -pathologie, Stammzelltechnologie, Biotechnologie und toxikologische Wirkmechanismen. Integrative Ansätze setzen zudem ein Verständnis für Labor- und computergestützte Methoden voraus, was die Toxikologie zu einem besonders vielseitigen und zukunftsorientierten Arbeitsfeld macht.
Toxikologinnen und Toxikologen leisten einen konkreten Beitrag zur Gesellschaft
Toxikologinnen und Toxikologen tragen zur öffentlichen Sicherheit bei, indem sie toxische Chemikalien identifizieren, deren Wirkmechanismen untersuchen und die Entwicklung sichererer Alternativen unterstützen. Der aktuelle Paradigmenwechsel in der Bewertung der Chemikaliensicherheit eröffnet neue Möglichkeiten, modernste Technologien wie räumliche Genomik oder Einzelzellgenomik zum Schutz der menschlichen Gesundheit einzusetzen. Dadurch entwickelt sich die Toxikologie zunehmend von einer beobachtenden zu einer mechanistisch orientierten Wissenschaft. Darüber hinaus müssen Toxikologinnen und Toxikologen zielgruppengerechte Kommunikationsfähigkeiten entwickeln, um an der Erarbeitung neuer Sicherheitsrichtlinien mitzuwirken, politische Entscheidungsträger bei ihrer Arbeit zu unterstützen und die Öffentlichkeit über komplexe wissenschaftliche Themen in verständlicher Sprache zu informieren.